tourendeddy.com · Motorrad-Navigation

Motorrad-Navi-Apps
im Vergleich

Acht Apps, elf praxisnahe Kriterien – von der Handschuh-Bedienung bis zum Kompassmodus fürs Gelände.

8 Apps getestet 11 Testkriterien Stand August 2026 recherchebasiert, ohne eigene Live-Erprobung
Einleitung

Wonach Motorradfahrer wirklich suchen

Wer auf dem Motorrad unterwegs ist, will keine Navigation, die stur über die Autobahn schickt – sondern eine, die kurvige Landstraßen findet, mit Handschuhen bedienbar ist und auch dann noch funktioniert, wenn im Funkloch mal kein Netz mehr da ist.

Dieser Bericht stellt acht der bekanntesten Motorrad-Navigations-Apps einander gegenüber: MRA Routenplaner (MyRoute-app), Scenic, TomTom GO Navigation, Riser (inzwischen umbenannt in Cardo Ride), Calimoto, Rever, OSM and Maps (OsmAnd) und Kurviger.

Die folgenden Einschätzungen beruhen auf einer sorgfältigen Recherche: ausgewertet wurden die offiziellen Angaben der Anbieter, aktuelle App-Store-Daten, Herstellerforen sowie eine Reihe unabhängiger Fachtests und Erfahrungsberichte aus der Motorradszene. Ein eigener, mehrwöchiger Praxistest auf dem Motorrad selbst war im Rahmen dieser Recherche nicht möglich – die Bewertungen spiegeln daher den aktuellen Kenntnisstand aus verlässlichen Quellen wider, nicht eine eigene Ausfahrt. Für die endgültige Kaufentscheidung lohnt sich, wie bei jeder App, ein kurzer eigener Test in der kostenlosen Version, bevor ein Abo abgeschlossen wird.

Die 11 Testkriterien

  1. 1Übersichtliche, einfache Bedienung – auch mit Motorradhandschuhen
  2. 2Kurvige Rundtouren erstellen
  3. 3Eigene Touren in der App erstellen
  4. 4Touren importieren und nachfahren können
  5. 5Baustellen, Sperrungen & Staus erkennen, Umleitungen vorschlagen und fahren
  6. 6Übersichtliche 2D-Kartendarstellung in Fahrtrichtung
  7. 7Schnelles Umschalten Motorradmodus (kurvenreich) ↔ Automodus (schnellste Strecke)
  8. 8Direktmodus (Kompass) für Geländefahrten
  9. 9Routenaufzeichnung
  10. 10Offlinekarten
  11. 11Schnelles Teilen der Routen an andere Teilnehmer
Wichtiger Hinweis: Preise, Bewertungen und Funktionsumfänge bei App-Anbietern ändern sich häufig. Alle Angaben in diesem Bericht sind Richtwerte mit Stand August 2026 – vor einem Abo-Abschluss lohnt sich immer ein Blick in den jeweils aktuellen App Store.
01

MRA Routenplaner (MyRoute-app)

Niederländischer Routenplaner-Klassiker mit Navigations-Ableger „MRA Navigation Next“

Plattform iOS · Android · Web · CarPlay · Android Auto Einstieg kostenlos (Basic) Premium gestaffelt, im Webshop

MRA – ursprünglich als „My Route App“ gestartet – ist in der Motorradszene ein Begriff für maximale Kontrolle über die eigene Route. Der niederländische Anbieter MyRoute-app B.V. trennt inzwischen zwei Bausteine: den browserbasierten „MyRoute-app Routeplanner“ für die detaillierte Planung am PC und die App „MRA Navigation Next“ fürs Smartphone, zuständig für die eigentliche Turn-by-Turn-Führung unterwegs. In Motorradforen gilt MRA seit Jahren als Geheimtipp für Vielfahrer mit hohem Anspruch.

Funktionen

MRA punktet mit einer der umfangreichsten Personalisierungen am Markt: Kurvenreiche Strecken lassen sich gezielt bevorzugen, Rundtouren automatisch generieren und einzelne Wegpunkte frei verschieben. Jede Fahrt wird automatisch als Tracklog aufgezeichnet, inklusive der Möglichkeit, Fotos zur Route hinzuzufügen. Erfahrene Nutzer heben zudem eine gezielte Suche nach Routenverstößen, das Abschalten der automatischen Neuberechnung sowie einen expliziten Feldweg-Ausschluss hervor – Letzteres zeigt, dass die App klar auf befestigte Straßen statt Gelände ausgelegt ist. Über die Community lassen sich fertige „Expert Routes“ entdecken und übernehmen. Für die Fahrt selbst unterstützt die App sowohl Apple CarPlay als auch Android Auto. Zu einer Live-Baustellen- oder Stauerkennung finden sich dagegen keine belastbaren Hinweise.

Preise & Plattformen

Gestaffeltes Abo-System: Basic (kostenlos, eingeschränkt), Silver und Gold für den Routenplaner, dazu separat „Navigation Next“ für die Turn-by-Turn-Navigation mit 14 Tagen kostenloser Testphase – wahlweise monatlich, jährlich oder als Lifetime-Lizenz. Genaue Beträge nur im Webshop einsehbar.

Stark bei 2 · 3 · 9 Schwach bei 5 · 8
Stärken
  • +Enorme Personalisierungstiefe (Kurven, Rundtouren, Höhenprofile, Wegpunkte)
  • +Durchgängiger Workflow zwischen PC-Planung und mobiler Navigation
  • +CarPlay- und Android-Auto-Unterstützung
  • +Automatischer Tracklog dokumentiert jede Fahrt inklusive Fotos
Schwächen
  • Mehrstufiges Preismodell mit getrennten Abos wirkt unübersichtlich
  • Etwas Einarbeitungszeit für Einsteiger nötig
  • Keine erkennbare Live-Baustellen- oder Stauerkennung
  • Kein Kompass-/Geländemodus, Feldwege werden ausgeschlossen
Fazit

Wer bereit ist, sich in die vielen Einstellungsmöglichkeiten einzuarbeiten, und Wert auf maximale Kontrolle über die eigene Route legt, bekommt mit MRA eines der leistungsfähigsten Werkzeuge am Markt. Für Baustellenerkennung oder Geländefahrten ist die App nicht die erste Wahl.

02

Scenic

Reine iOS-App mit riesiger Community-Routendatenbank

Plattform nur iOS Einstieg App kostenlos, Karten über Credits Premium ca. 48 € / Jahr Bewertung 4,5–4,7 / 5

Scenic – gelegentlich auch phonetisch „Senic“ geschrieben – ist eine spezialisierte Motorrad-Navigations-App, ausschließlich für iPhone und iPad. Ihre große Stärke ist die Community-Datenbank mit rund 200.000 öffentlichen Routen und über 130 Millionen aufgezeichneten Kilometern.

Funktionen

Die Routenplanung greift auf Community-Daten zurück und erkennt kurvige Streckenabschnitte automatisch. Für Gebiete ohne Netzabdeckung stehen Offline-Karten bereit, die Bedienoberfläche ist bewusst mit großen, kontrastreichen Schaltflächen für Motorradhandschuhe gestaltet. Ergänzt wird das Ganze durch Fahrtstatistiken wie Höhenmeter und Geschwindigkeit sowie klare Sprachführung. Bei Umleitungen und der Tankstellen-Anzeige berichten Tester allerdings noch von vereinzelten Fehlern.

Preise & Plattformen

Die App ist kostenlos nutzbar, Offline-Kartenmaterial wird über ein „Credits“-System freigeschaltet – verdienbar durch Nutzung oder käuflich. Vieltester kalkulieren mit rund 48 € pro Jahr für den vollen Funktionsumfang. Ausschließlich iPhone/iPad – keine Android-Version.

Stark bei 1 · 10 · 11 Schwach bei Android, 5
Stärken
  • +Sehr gute Bedienbarkeit mit Motorradhandschuhen
  • +Riesige Routen-Community als Inspirationsquelle
  • +Hohe Nutzerzufriedenheit (4,5–4,7 von 5 Sternen)
  • +Klare, gut verständliche Sprachführung
Schwächen
  • Ausschließlich iPhone/iPad – keine Android-Version
  • Credits-System für Offline-Karten wirkt umständlich
  • Vereinzelte Fehler bei Tankstellen und Umleitungen
  • Keine belastbaren Angaben zu Baustellen- oder Geländemodus
Fazit

Für iPhone-Besitzer, die viel auf kurvigen Landstraßen unterwegs sind und von einer großen, aktiven Community profitieren möchten, ist Scenic eine der komfortabelsten Lösungen am Markt. Android-Fahrer müssen sich anderweitig umsehen.

03

TomTom GO Navigation

Etablierter Kartografie-Spezialist mit schlanker, zuverlässiger App

Plattform iOS · Android · PC-Planer Einstieg kostenlos / Testphase Premium ca. 20 € / Jahr

TomTom gehört zu den bekanntesten Namen im Bereich Navigation überhaupt und bringt mit „TomTom GO Navigation“ jahrzehntelange Kartografie-Erfahrung mit. Die App richtet sich an Auto- und Motorradfahrer gleichermaßen und wurde zeitweise speziell als „TomTom GO Ride“ für Motorradfahrer beworben.

Funktionen

Drei wählbare Kartenstile, eine als vorbildlich klar geltende 2D-Kartendarstellung in Fahrtrichtung, Cloud-Synchronisation und GPX-Export. Bei Rundtouren und beim Nachfahren importierter GPX-Dateien widersprechen sich Testberichte: Ein Test lobt die automatische Rundtourengenerierung, einzelne Nutzer berichten von fehlenden Rundtouren und GPX-Problemen. Ein per Klick umschaltbarer Motorrad- oder Auto-Modus ist nicht dokumentiert. Klar dokumentiert sind dagegen TomToms Live-Dienste: Verkehrsinfo, Baustellen- und Stauerkennung sowie Blitzerwarnungen gehören zum kostenpflichtigen Funktionsumfang. Eine Aufzeichnung eigener Fahrten bietet die App nach aktuellem Kenntnisstand nicht.

Preise & Plattformen

Basisnutzung kostenlos bzw. über Testphase zugänglich, für Live-Dienste und dauerhafte Offline-Karten ca. 20 € pro Jahr – TomTom bietet regelmäßig Aktionen mit Zusatzmonaten an. iOS, Android, ergänzend plan.tomtom.com.

Stark bei 5 · 6 Schwach bei 7 · 9
Stärken
  • +Sehr zuverlässige, präzise Navigation auf eigenem Kartenmaterial
  • +Klare 2D-Kartendarstellung in Fahrtrichtung
  • +Live-Verkehrsdienste inkl. Baustellen-, Stau- und Blitzerwarnungen
  • +Attraktiver Preis im Vergleich zu Motorrad-Spezialisten
Schwächen
  • Kein dedizierter Motorrad-/Auto-Modus zum schnellen Umschalten
  • Keine Routenaufzeichnung
  • Kaum Community-Funktionen
  • Widersprüchliche Nutzerberichte zu Rundtouren und GPX-Nachfahren
Fazit

TomTom GO ist die richtige Wahl für alle, die in erster Linie zuverlässige Navigation mit echter Live-Baustellen- und Stauerkennung suchen. Wer einen dedizierten Motorrad-Modus, Routenaufzeichnung oder eine aktive Community erwartet, findet das eher bei spezialisierten Apps.

04

Riser (jetzt: Cardo Ride)

Community- und Social-App mit enger Anbindung an Cardo-Headsets

Plattform iOS · Android · Web Einstieg kostenlos (Basic) Premium ca. 30–60 € / Jahr Bewertung ca. 4,0 / 5

⚠ Riser wurde umbenannt in Cardo Ride (Hersteller: Cardo Systems). Bestehende Konten und Funktionsumfang wurden übernommen – unter dem alten Namen weiterhin in Foren zu finden.

Funktionen

Cardo Ride generiert automatisch abenteuerliche „Adventure“-Routen und bietet mit „PackRide“ eine Echtzeit-Standortfreigabe innerhalb der Fahrergruppe. Fahrten werden mit Statistiken und Fotos aufgezeichnet, die „reRide“-Funktion erlaubt das Nachfahren eigener oder fremder Touren mit direktem Import. Ein Social-Feed mit Followern sowie „Getaways“ für Mehrtagestouren runden das Community-Erlebnis ab. Seit einem Update unterstützt die Pro-Version zudem Apple CarPlay, u. a. für werkseitig integrierte Motorrad-Displays. Zu Live-Baustellen- oder Sperrungserkennung sowie einem echten Kompass-Modus liegen keine belastbaren Informationen vor.

Preise & Plattformen

Grundfunktionen kostenlos, PRO je nach Quelle 8,99 €/Monat, 34,99 € im Halbjahr oder rund 30–60 € pro Jahr. Offline-Karten und kurvenreiches Routing nur mit PRO. iOS, Android, Webzugang.

Stark bei 4 · 11 Schwach bei 5 · 1
Stärken
  • +Große, aktive Community mit Gamification-Elementen
  • +Enge Verzahnung mit Cardo-Kommunikationssystemen
  • +„reRide“ zum komfortablen Nachfahren von Touren
  • +Inzwischen mit CarPlay-Unterstützung
Schwächen
  • Routenplanung gilt als schwächer – POIs oft unvollständig
  • Offline-Karten und Kurvenrouting nur mit PRO
  • Keine dokumentierte Baustellen- oder Sperrungserkennung
  • Updates erscheinen laut Nutzern seltener als bei der Konkurrenz
Fazit

Cardo Ride (ehemals Riser) punktet vor allem als Community- und Social-App mit Gamification-Charakter und ist besonders für Besitzer eines Cardo-Kommunikationssystems interessant. Bei Baustellenerkennung und reiner Routenplanung kann die App nicht ganz mit MRA oder Calimoto mithalten.

05

Calimoto

Marktführer bei der Kurvenrouten-Planung, mit ambitioniertem Preismodell

Plattform iOS · Android Einstieg kostenlos zum Testen Premium ca. 30–60 € / Jahr Bewertung 4,7 / 5 (teils niedriger)

Calimoto aus Karlsruhe zählt mit über 3 Millionen Nutzern zu den bekanntesten Motorrad-Navigations-Apps im deutschsprachigen Raum und wird in mehreren unabhängigen Tests aktuell als eine der besten Routenplanungs-Apps überhaupt bewertet.

Funktionen

Kernstück ist die individuelle Kurvenpräferenz beim Routing: Wer möchte, bekommt konsequent kurvige Strecken vorgeschlagen, Autobahnen werden gezielt vermieden. Wegpunkte lassen sich per Fingertipp verschieben, Offline- und Weltkarten stehen bereit, ebenso Tankstellen, Biker-Hotels, Bikertreffs und Sehenswürdigkeiten. Besonders bemerkenswert: Aktuelle Straßensperrungen werden direkt auf der Karte markiert – die Daten stammen aus TomTom (mehrmals täglich aktualisiert) und OpenStreetMap. Eine vollautomatische Umfahrung während der laufenden Fahrt bietet die App aber noch nicht. Die Community lädt eigene Fotos zu Streckenabschnitten hoch, GPX-Export ist bereits kostenlos enthalten, über Apple CarPlay auch am Motorrad-Display nutzbar.

Preise & Plattformen

Kostenlos zum Testen, danach mehrstufiges Premium-Abo: wöchentlich ab 4,99 €, jährlich 30–60 €, Lebenszeit-Zugang 69,99 €, Saisonpass 39,99 €, umfangreiches „Navigationspaket“ 249,99 €. Eine reine 6-Monats-Option fehlt.

Stark bei 2 · 5 · 11 Schwach bei Preis, 8
Stärken
  • +Sehr gute, flexible Routenplanung mit individueller Kurvenpräferenz
  • +Eine von wenigen Apps mit Straßensperrungs-Anzeige auf der Karte
  • +Große, aktive Community mit Fotos und Tipps
  • +GPX-Export bereits kostenlos nutzbar
Schwächen
  • Preismodell mit vielen Einzeloptionen, gehört zu den teuersten
  • Kostenlose Version teils als unzuverlässig bei Live-Navigation beschrieben
  • Sperrungs-Umfahrung noch nicht vollautomatisch, Stauerkennung fehlt
  • Kein dedizierter Kompass-/Geländemodus
Fazit

Calimoto überzeugt bei der Planung kurviger Strecken, der Sperrungs-Anzeige und der Community-Integration und gilt in mehreren Tests als Gesamtsieger. Wer die App überwiegend zur Live-Navigation nutzt, sollte die kostenlose Version vorher genau prüfen.

06

Rever

US-amerikanische Community- und Discovery-App fürs Motorrad

Plattform iOS · Android Einstieg kostenlos (Free) Premium ca. 30–40 € / Jahr Bewertung 2,7–4,2 / 5

Rever ist eine besonders in den USA populäre Motorrad-App, die Navigation eng mit einer sozialen Plattform verknüpft: Der Großteil der Routenempfehlungen – gerade für Offroad-Strecken – stammt direkt aus der Community. Website und App sind vollständig synchronisiert.

Funktionen

Eigene Routen lassen sich durch Setzen von Wegpunkten erstellen, Fahrten im Hintergrund aufzeichnen (Distanz, Geschwindigkeit, Höhenprofil). Community-Routen lassen sich übernehmen und nachfahren, öffentliches wie privates Teilen ist in beiden Versionen möglich. Kurvenreiches Routing ist allerdings der Pro-Version vorbehalten und lässt sich laut Tests nur für die gesamte Route aktivieren, nicht abschnittsweise. Eine 3D-Geländeansicht gibt es ebenfalls nur mit Pro – ein echter, sofort umschaltbarer Kompassmodus ist das aber nicht. Zur Baustellenerkennung liegen keine belastbaren Informationen vor, die Turn-by-Turn-Führung wird in einem Test als wenig übersichtlich beschrieben – ein großes Bedienelement verdeckt zeitweise wichtige Informationen.

Preise & Plattformen

Basisversion komplett kostenlos. Rever Pro kostet je nach Quelle und Region rund 30–40 € pro Jahr (u. a. mit 39,99 US-Dollar beziffert), inklusive zweiwöchiger Testphase. Offline-Karten, Sprachnavigation, kuratierte Kurvenrouten und 3D-Gelände nur mit Pro.

Stark bei 4 · 11 Schwach bei 1 · 5
Stärken
  • +Große internationale Community, auch für Offroad-Strecken
  • +Nahtlose Synchronisation zwischen Website und App
  • +Ride-Tracking mit Distanz, Geschwindigkeit, Höhenprofil bereits kostenlos
  • +Flexibles Teilen von Routen, öffentlich oder privat
Schwächen
  • Zentrale Funktionen nur mit kostenpflichtigem Pro-Abo
  • Turn-by-Turn-Bedienung in Tests als wenig handschuh-freundlich beschrieben
  • Keine erkennbare Baustellen- oder Sperrungserkennung
  • Community-Inhalte außerhalb der USA spürbar dünner
Fazit

Rever ist vor allem für Fahrer interessant, die Wert auf Community, Ride-Discovery und enge Website-Anbindung legen – als reines Navigationswerkzeug für den Alltag mit Handschuhen und ohne Pro-Abo kann die App nicht ganz mithalten.

07

OSM and Maps (OsmAnd)

Open-Source-Offlinekarte mit Outdoor-Wurzeln statt Motorrad-Spezialisierung

Plattform Android · iOS (Beta) Einstieg kostenlos (Open Source) Premium ca. 70 € einmalig (OsmAnd+)

OsmAnd (häufig auch „OSM and Maps“ genannt) ist keine reine Motorrad-App, sondern eine sehr umfangreiche, quelloffene Offline-Karten- und Navigationslösung auf Basis von OpenStreetMap-Daten. Ursprünglich für Rad- und Outdoor-Nutzer entwickelt, wird sie von manchen Motorradfahrern wegen ihrer Offline-Stärke und Detailtiefe dennoch geschätzt.

Funktionen

Das Herzstück ist die vollständige Offline-Funktionalität – sowohl Tourenplanung als auch Navigation funktionieren komplett ohne Internetverbindung, mit weltweit verfügbarem Kartenmaterial. Für die Routenberechnung stehen verschiedene Profile zur Wahl, etwa Auto, Fahrrad oder Fußgänger – ein spezielles, auf kurvige Strecken optimiertes Motorrad-Profil fehlt jedoch. Importierte GPX-Tracks lassen sich zuverlässig nachfahren, bei Abweichungen berechnet die App den Weg zurück zur Originalroute neu. Die Kartendarstellung ist außergewöhnlich anpassbar, u. a. mit spezieller Touring- und Topo-Ansicht sowie einem echten Kompass – hier liegt die eigentliche Stärke der App für Gelände- und Weltreise-Nutzer. Live-Daten zu Baustellen, Sperrungen oder Staus bietet OsmAnd dagegen nicht.

Preise & Plattformen

Die kostenlose Version begrenzt die Anzahl herunterladbarer Kartenausschnitte. Mit „OsmAnd+“ für einmalig rund 70 € entfällt dieses Limit, ein Höhenlinien-Plugin kostet rund 40 € extra – anders als bei den übrigen Apps handelt es sich um Einmalkäufe statt Abos. Android als Hauptplattform, iOS mit teils abweichendem Funktionsumfang.

Stark bei 8 · 10 Schwach bei 1 · 2 · 5
Stärken
  • +Kompromisslos starke Offline-Funktionalität ganz ohne Netz
  • +Sehr detaillierte Kartendarstellung inklusive echtem Kompass
  • +Zuverlässiges Importieren und Nachfahren von GPX-Tracks
  • +Einmalkauf statt Dauer-Abo
Schwächen
  • Kein spezielles Motorrad- oder Kurven-Routing
  • Deutliche Einarbeitung nötig, mobile Planung gilt als umständlich
  • Keine Live-Baustellen-, Sperrungs- oder Stauerkennung
  • Kaum Community- oder Social-Sharing-Funktionen
Fazit

OSM and Maps (OsmAnd) ist die richtige Wahl für technisch versierte Fahrer, die vor allem auf abgelegenen Strecken und im Ausland zuverlässige Offline-Karten und einen echten Geländemodus brauchen – als komfortable Alltags-Motorrad-App mit Kurvenrouting und Community ist sie nicht konzipiert.

08

Kurviger

Spezialisierter Kurven-Routenplaner mit den jüngsten Fortschritten bei Sperrungen und Kompass

Plattform Android · iOS (Beta) · CarPlay Einstieg kostenlos, 300 km Planung Premium ca. 15 € / 30 € (2 Stufen)

Kurviger ist ein auf kurvenreiche Strecken spezialisierter Routenplaner, der lange Zeit nur für Android verfügbar war und inzwischen auch eine iOS-Version in der Beta-Phase anbietet. Die App basiert auf OpenStreetMap-Daten und hat sich in den letzten Updates spürbar weiterentwickelt.

Funktionen

Kurvenrouting und automatische Rundtouren gehören zum Kern der App – eine Rundtour lässt sich laut Tests „mit einem Klick“ erzeugen, das eigentliche Kurven-Feintuning ist allerdings kostenpflichtigen Stufen vorbehalten. Import und Export zu anderen Apps funktionieren ebenso wie ein „Follow“-Modus zum Nachfahren. Besonders bemerkenswert: Seit Version 3.6.4 zeigt Kurviger aktuelle Straßensperrungen direkt auf der geplanten Route an, gespeist aus TomTom-Daten – ein Fortschritt gegenüber älteren Community-Diskussionen, die das Fehlen dieser Funktion noch beklagten. Ebenfalls neu: ein optionaler Kompass in der Kartenansicht sowie bessere Sichtbarkeit von Tankstellen. Die Kartendarstellung lässt sich in mehreren Stilen anpassen, Tester loben besonders den modernen „Carto Voyager“-Stil. Ein per Klick umschaltbares Motorrad-/Auto-Modus-Paar ist dagegen nicht dokumentiert.

Preise & Plattformen

Dreistufiges Modell: kostenlos (bis 300 km, Follow-Modus ohne Neuberechnung), „Tourer“ für rund 15 €/Jahr (bis 600 km, erweiterte Vermeidung, Sperrungsanzeige), „Tourer+“ für rund 30 €/Jahr (zusätzlich Sprachnavigation, Offline-Karten). Android, iOS (Beta), CarPlay.

Stark bei 2 · 5 · 8 Schwach bei Preis-Staffel, 9
Stärken
  • +Spezialisiertes, flexibles Kurvenrouting mit „1-Klick“-Rundtouren
  • +Eine von wenigen Apps mit aktueller Sperrungs-Anzeige auf der Route
  • +Neuer optionaler Kompass sowie anpassbare, moderne Kartendarstellung
  • +Günstiges Preismodell im Vergleich zu vielen Wettbewerbern
Schwächen
  • Kostenlose Version stark eingeschränkt
  • Offline-Karten und Sprachnavigation erst in „Tourer+“
  • iOS-Version noch im Beta-Stadium
  • Kein dedizierter Motorrad-/Auto-Modus-Umschalter
Fazit

Kurviger hat sich mit der neuen Sperrungs-Anzeige und dem optionalen Kompass zuletzt spürbar weiterentwickelt und deckt für den Preis überraschend viele der elf Testkriterien ab. Wer auf Offline-Karten und Sprachnavigation nicht verzichten will, muss allerdings in die teuerste Abo-Stufe investieren.

Auf einen Blick

Kriterien-Checkliste: Alle 8 Apps

Alle elf Testkriterien und die wichtigsten Rahmendaten in einer Tabelle – auf kleinen Bildschirmen horizontal scrollbar.

Richtwerte, Stand August 2026 – bitte vor einem Kauf aktuelle Werte im jeweiligen App Store prüfen.
Kriterium MRA Routenplaner Scenic TomTom GO Cardo Ride (Riser) Calimoto Rever OSM and Maps Kurviger
erfüllt teilweise / nur Premium nicht erkennbar
Vertiefung

Die wichtigsten Erkenntnisse zu den schwierigeren Kriterien

Vier der elf Kriterien werden von den meisten Apps nur unvollständig oder gar nicht abgedeckt – hier lohnt sich ein genauerer Blick, wenn genau diese Punkte für dich entscheidend sind.

Kriterium 5 · Baustellen, Sperrungen & Staus

Nur TomTom GO, Calimoto und Kurviger zeigen aktuelle Sperrungen überhaupt an – bei TomTom als Teil der kostenpflichtigen Live-Dienste, bei Calimoto und Kurviger auf Basis von TomTom-Daten. Eine vollautomatische Umfahrung während der laufenden Fahrt bietet aktuell keine der acht Apps zuverlässig.

Kriterium 7 · Motorrad-/Auto-Modus

Einen dedizierten, per Klick umschaltbaren Wechsel zwischen kurvenreichem Motorrad-Routing und schnellster Auto-Route konnte für keine der acht Apps eindeutig belegt werden. Am nächsten kommt OsmAnd mit wählbaren Routing-Profilen – ein echtes „Kurven-Profil“ fehlt aber auch dort.

Kriterium 8 · Kompass-/Geländemodus

Hier liegt OsmAnd als Outdoor-Spezialist klar vorn. Kurviger hat kürzlich einen optionalen Kompass ergänzt, Rever und Cardo Ride bieten mit 3D-Geländeansicht bzw. „Adventure“-Routing zumindest Ansätze. MRA schließt Feldwege sogar gezielt aus.

Kriterium 1 · Bedienung mit Handschuhen

Am positivsten schneiden Scenic (extra große Bedienelemente), Kurviger und Calimoto ab. Bei Rever kritisiert ein Test explizit ein großes Bedienelement, das wichtige Informationen während der Fahrt verdeckt.

Zum Schluss

Fazit & Empfehlung

Eine einzelne „beste“ Motorrad-Navi-App gibt es nicht – zu unterschiedlich sind die Ansprüche der Fahrer. Je nach Fahrstil und Vorlieben lassen sich aus dem Vergleich aber klare Empfehlungen ableiten.

Für Vielfahrer, hoher Personalisierungsanspruch MRA Routenplaner

Bietet die mit Abstand größte Kontrolle über jedes Detail der Route – auf Kosten von Einarbeitungszeit und einem unübersichtlichen Preismodell.

Für iPhone-Nutzer mit Community-Fokus Scenic

Überzeugt mit sehr guter Handschuh-Bedienung und einer riesigen Routendatenbank – allerdings ohne Android-Version.

Für Einsteiger & preisbewusste Fahrer TomTom GO Navigation

Liefert zuverlässige Navigation samt Live-Verkehrsdiensten zu einem fairen Preis, wenn Community-Funktionen zweitrangig sind.

Für Cardo-Headset-Besitzer & Social-Fahrer Cardo Ride (Riser)

Punktet mit Community, Gamification und enger Headset-Anbindung, bei etwas schwächerer reiner Routenplanung.

Für Kurvenliebhaber mit Blick auf Sperrungen Calimoto

Die derzeit ausgefeilteste Kurvenrouten-Planung inklusive Sperrungs-Anzeige – dafür eines der teureren Abos im Vergleich.

Für Community- & Ride-Discovery-Fans Rever

Große, weltweite Community und nahtlose Website-Anbindung, kann aber bei Bedienung und Baustellenerkennung nicht mit den Spezialisten mithalten.

Für Enduro- & Weltreise-Fahrer OSM and Maps (OsmAnd)

Der klare Offline- und Geländespezialist mit echtem Kompass – muss aber auf spezielles Kurvenrouting und Community verzichten.

Für preisbewusste Fahrer mit Sperrungs- & Kompass-Bedarf Kurviger

Hat sich zuletzt am dynamischsten weiterentwickelt und deckt überraschend viele Kriterien ab – volle Funktionsfülle bleibt der teuersten Stufe vorbehalten.

Praxis-Tipp Da fast alle Apps eine kostenlose Basisversion oder Testphase anbieten, lohnt es sich, vor dem Abschluss eines Jahresabos zwei oder drei Kandidaten eine Weile parallel auf der eigenen Standardstrecke auszuprobieren. Gerade beim Verhalten in Funklöchern, bei Umleitungen und bei der Bedienung mit Handschuhen zeigen sich die größten Unterschiede erst im Alltag.
Nachweise

Quellen

Dieser Bericht wurde auf Basis folgender Quellen recherchiert und zusammengestellt (Stand August 2026):